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Unterstützer des Aufrufs - Walter Link - Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO)
Wir müssen Armut und soziale Ausgrenzung im Alter vermeiden
Der 5. Altenbericht verdeutlicht die Folgen der verabschiedeten Rentenreformen: Nach vollständigem Wirksamwerden der Reformen erwirbt ein Durchschnittsverdiener erst nach 35 Jahren einen Rentenanspruch in Höhe der beitragsfreien, steuerfinanzierten Grundsicherung. Menschen mit unterdurchschnittlichem Verdienst oder unterbrochenen Erwerbsbiografien (z. B. aufgrund von Arbeitslosigkeit, Erziehungs- und Pflegezeiten) droht zukünftig Altersarmut. Die steigende Bedeutung freiwilliger privater Vorsorge, die sich viele nicht leisten können, verstärkt den Trend zu Einkommensungleichheiten im Alter. Dies können wir nicht hinnehmen. Wir müssen vielmehr sicherstellen, dass die Rente die eigene Beitragsleistung aus dem Arbeitsleben widerspiegelt und auch unter den Belastungen des demografischen Wandels und den Veränderungen in der Arbeitswelt deutlich mehr als eine Armut vermeidende Grundsicherung erhalten bleibt.
Dafür setze ich mich als Vorsitzender der BAGSO, die über ihre nahezu 100 Verbände etwa 13 Mio. Seniorinnen und Senioren vertritt, ein. Bei einer viertägigen Reise durch die neuen Bundesländer, die ich gemeinsam mit dem Präsidenten der Volkssolidarität Prof. Gunnar Winkler, unternommen habe, habe ich oft gespürt, dass sich viele Ältere in Ostdeutschland als Verlierer der Wende fühlen. Nicht nur, weil sie in Frührente gehen mussten und ihnen dadurch heute Rentenansprüche fehlen. Viele haben das Gefühl, dass ihre Lebensleistung im vereinten Deutschland nicht anerkannt wird. Die Frage der Rentenangleichung hat dabei Symbolkraft. Der nächste Deutsche Seniorentag findet 2009 in Leipzig statt. Spätestens dann muss die Bundesregierung einen Stufenplan vorlegen, der eine Angleichung des Rentenwertes Ost an das Westniveau bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts garantiert.
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